Wer die Bilderwelten der Malerin aus den 90er Jahren kennt, dem wird vielleicht das betont graphische Element dieser Arbeiten in Erinnerung sein. Sie selbst benennt jene Schaffensphase als „zeichnende Malerei“. Diese Malform schien ihr vorerst am besten für ihre symbolistischen Experimente mit der Figur geeignet. Es ging ihr darum, Befindlichkeiten von Menschen im Osten Deutschlands nach der Wende auf den Malgrund zu bannen. Aber wie drückt man einen Kulturschock aus? Sie musste Gestalten erfinden. Und so entstanden von 1994 bis 2000 ihre eigenwillig entrückten Figuren, wie „Schwebewesen“ und „Wurzellose“, die den inzwischen klar wieder erkennbaren Elsner-Stil prägten. | | Seit dem Millennium hat sie etwas Neues begonnen. Das fragt thematisch weiter: Was ist Leben? Woher nimmt es die Kraft? Alte Fragen nach der Magie des Seins. Mit ihrer neuen Maltechnik – einer Schichtenmalerei aus Acryl, Kreiden, Kohle, Schellack und Öl – verläßt sie nun endgültig das stark Graphische, ohne ihre alte figürliche Formensuche aufzugeben. Die geht ein in die größere Fragestellung als eine schon gewonnene Gewissheit. Hinzu kommt für sie, Farben als Licht einzusetzen. Dabei löst die Malerin pantheistisch Raum und Zeit auf in flirrende Teilchen, um einem universellen Miteinander Gestalt zu geben. |